Gesetzliche Vorgaben

§ 2 Allgemeine Grundsätze – Kinderbildungsgesetz

Jedes Kind hat einen Anspruch auf Bildung und auf Förderung seiner Persönlichkeit. Seine Erziehung liegt in der vorrangigen Verantwortung seiner Eltern. Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege ergänzen die Förderung des Kindes in der Familie und unterstützen die Eltern in der Wahrnehmung ihres Erziehungsauftrages.

§ 3 Aufgaben und Ziele – Kinderbildungsgesetz

Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege haben einen eigenständigen Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsauftrag.

Die Förderung des Kindes in der Entwicklung seiner Persönlichkeit und die Beratung und Information der Eltern insbesondere in Fragen der Bildung und Erziehung sind Kernaufgaben der Kindertageseinrichtungen und der Kindertagespflege. Das pädagogische Personal in den Kindertageseinrichtungen und in die Tagespflegeperson (Tagesmutter oder -vater) haben den Bildungs- und Erziehungsauftrag im regelmäßigem Dialog mit den Eltern durchzuführen und deren erzieherische Entscheidungen zu achten.

§ 13 Grundsätze der Bildungs- und Erziehungsarbeit

Die Bildungs- und Erziehungsarbeit zielt darauf ab, das Kind unter Beachtung der in Artikel 7 der Landesverfassung des Landes Nordrhein-Westfalen genannten Grundsätze in seiner Entwicklung zu einer eigenständigen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu fördern, es zu Verantwortungsbereitschaft, Gemeinsinn und Toleranz zu befähigen, seine interkulturelle Kompetenz zu stärken, die Herausbildung kultureller Fähigkeiten zu ermöglichen und die Aneignung von Wissen und Fertigkeiten in allen Entwicklungsbereichen zu unterstützen.

Die pädagogische Arbeit
Wir gehen jeden Tag unabhängig von der Witterung in den Wald oder in das Außengelände der Einrichtung.
Bei Sturm – und Gewitterwarnung bleiben wir auf dem Außengelände des Kindergartens. Bei Bedarf können wir dann unverzüglich Schutz in unseren Räumen finden.
3.2.1 Tagesablauf
7:00 –8:30 Uhr „Bringzeit“
Freispiel, Spiel –und Bastelangebote, Bauteppich,Puppenecke, Gesellschaftsspiele,
Bilderbuchbetrachtung.

8:30 Uhr Die Kindergartentür wird geschlossen.

7°° – 10°° „Kleines gemeinsames Frühstück“
Das Frühstück wird in der Einrichtung erstellt. Dabei legen wir viel Wert auf ein vollwertiges und gesundes Frühstück. Die Kinder lernen auf ihre Bedürfnisse zu achten und gehen Frühstücken, wenn sie Hunger haben. Nach dem Frühstück haben die Kinder dafür Sorge zu tragen, dass auch für die nächsten Kinder sauberes Geschirr auf dem Frühstückstisch steht.
Die Eltern bezahlen 10 € Frühstücksgeld im Monat.

Morgenkreis
Nachdem alles aufgeräumt wurde beginnt der Morgenkreis (ca. 10.15Uhr).
Wir versammeln uns gemeinsam im Gruppennebenraum. Im Morgenkreis singen und spielen wir themen- und jahreszeitlich orientierte Lieder, Fingerspiele und Bilderbuchbetrachtungen. Dort tauschen wir Neuigkeiten miteinander aus. Kinder und ErzieherInnen reflektieren gemeinsam besondere Erlebnisse und Anlässe, die uns bewegen.
Der tägliche Morgenkreis wird den Ansprüchen des Kinderbildungsgesetzes § 13 Absatz 6 gerecht.

§13, Abs.6
Zur Erfüllung des Bildungs- und Erziehungsauftrages gehört die kontinuierliche Förderung der Sprachentwicklung des Kindes im Sinne des §22 Abs. 3 SGB VIII.
Das pädagogische Konzept nach Absatz 1 muss Ausführungen zur Sprachförderung enthalten. Verfügt ein Kind nicht in altersgemäß üblichen Umfang über deutsche Sprachkenntnisse, hat die Tageseinrichtung dafür Sorge zu tragen, dass es eine zusätzliche Sprachförderung erhält. Soweit ein Kind an zusätzlichen Sprachfördermaßnahmen in der Tageseinrichtung teilnimmt, hat die Tageseinrichtung auf Wunsch der Eltern die Teilnahme zu bescheinigen.

„Waldzeit“ 10.30Uhr – 12.15Uhr
Im Wald gibt es drei Waldstücke, welche die Gruppe nach Bedarf anläuft.

12:15 – 12:30 Uhr 1. Abholzeit
Nach der Ankunft aus dem Wald können die Kinder an der Einrichtung abgeholt werden.

12.30Uhr Mittagsimbiss
Die Kinder, welche bis 14:00 Uhr betreut werden, nehmen einen Mittagsimbiss zu sich, der von zu Hause mitgebracht wird.
Wenn das Wetter und die Jahreszeit es zulassen, wird dieser draußen eingenommen; ansonsten im Gruppenraum.
Nach dem Mittagsimbiss halten sich die Kinder bis zur 2. Abholzeit im Freispiel auf.

13:45 – 14:00 Uhr 2. Abholzeit

Geburtstage
Die Geburtstagskinder bringen etwas Süßes oder Herzhaftes zum Frühstück mit. An diesem Tag steht das Geburtstagskind während des Morgenkreises und des Frühstücks im Mittelpunkt.

Ausflüge
Ausflüge finden situationsorientiert statt. Sie richten sich nach den Bedürfnissen der Kinder.

Kreativnachmittage
1mal in der Woche wird im Kindergarten ein Kreativnachmittag angeboten. Hierzu müssen die Kinder angemeldet werden.

Die Aufnahme der Kinder in die Einrichtung

Nach Rücksprache mit dem Schwerter Jungendamt, ist es möglich ein Kind drei Monate vor Vollendung seines dritten Lebensjahres aufzunehmen.
Der Zeitpunkt der Aufnahme erfolgt nach Rücksprache mit dem pädagogischen
Team. Mit Wirkung des neuen Kindergartenjahres (ab August) werden die
neuen Kinder an verschiedenen Tagen aufgenommen.
Um den Kindern und Eltern einen behutsamen und positiven Einstieg in den
Kindergartenalltag zu ermöglichen, werden die Kinder in mehrtägigen
Abständen aufgenommen. Dies gibt den Erzieherinnen die Möglichkeit sich
individuell um jedes einzelne Kind zu kümmern.

Das Kind

Es steht mit seinen Interessen und Bedürfnissen und damit auch mit seiner
individuellen Entwicklungsgeschichte im Mittelpunkt der gesamten
pädagogischen Arbeit.
Ausgehend von Beobachtungen des Kindes erhalten wir ein umfangreiches Bild
über dessen Stärken, Schwächen und Besonderheiten und können so wesentlich
kindorientierter und lebensnaher planen und gemeinsam handeln.
Diese Arbeitsweise zielt auf die Bewältigung jetziger und künftiger
Lebenssituationen ab.

Jedes Kind entdeckt nach und nach durch eigenes Erkunden und Probieren die
Beschaffenheit der Welt, die uns Erwachsenen so selbstverständlich ist, als
hätten wir sie schon immer begriffen und gekannt. In den Erscheinungsformen
der Dinge stecken regelhafte Strukturen (z.B. Naturgesetze, physikalische
Gesetzmäßigkeiten u.s.w.). Um sie zu verstehen, hat der Erwachsene eine
Auffassungsstruktur, eine „geistige Struktur“. Das Kind besitzt diese
geistige Struktur noch nicht. Sie entfaltet sich auch nicht wie ein
vorprogrammierter Reifungsprozess, und ebenso wenig kann man sie durch
Unterricht in es hineinzwingen. Durch den ständigen Umgang mit den Dingen
entwickelt das Kind vielmehr seine geistige Struktur, mit Hilfe derer es
Eindrücke aus der Umwelt aufnehmen und einordnen kann, um sich so
zunehmend besser in der Welt zurechtzufinden.
Jean Piaget

Für die Entwicklung des Kindes gehen wir vom Konzept der ganzheitlichen Erziehung aus.
Ganzheitlich erziehen bedeutet, dass nicht ein Entwicklungsbereich wie z.B. die Sprache isoliert gefördert wird, sondern die verschiedenen Entwicklungsbereiche durch Aktivitäten gleichzeitig gefördert werden, gestützt durch die Erkenntnis der Bindungstheorie.
Wir berücksichtigen die Wahl der Kinder ihrer Bindungserzieherin und nutzen dies in Bezug auf Förderung.

Alle Entwicklungsbereiche wie,
– Selbstkompetenz
– Beziehungskompetenz
– Emotionale Kompetenz
– Kognition
– Motorik (Fein-, Grobmotorik)
– Sprachkompetenz
– Kreativität,
sind Teil der Wahrnehmungsförderung in der täglichen Beziehungsarbeit.
Diese Beziehungsarbeit findet im ständig wechselnden Dialog zwischen Kindern
und ErzieherInnen statt.

Voraussetzung hierfür ist ein Lebensraum, in dem das Kind:
mit sich allein sein kann, um…

Bedürfnisse wahrzunehmen und formulieren zu können
Entscheidungen zu treffen
sich eigenständig zurechtzufinden
Grenzen zu erproben und zu akzeptieren
sich loslösen zu können von der Mutter / dem Vater / der Erzieherin
selbstwirksam sein
Hierdurch entwickelt sich das Kind zu einer individuellen Persönlichkeit.

 

Kontakte zu anderen knüpfen kann, um…

seine Gruppenfähigkeit zu entwickeln, d.h. sich behaupten bzw. sich einfügen zu können
zuhören zu lernen und die Anderen aussprechen zu lassen
ein alternatives Konfliktlösungsverhalten kennen zu lernen
mit Aggressionen umgehen zu können
um Frustrationstoleranz zu entwickeln
die Integration von neuen Kindern, ausländischen Kindern und Kindern mit Auffälligkeiten zu unterstützen
Rücksichtnahme und Toleranz zu üben
Meinungen anderer zu akzeptieren
Verantwortung für den anderen zu übernehmen

 

Durch diesen Ansatz entwickelt das Kind soziale Kompetenz, d.h. die Fähigkeit, mit
anderen im Rahmen unserer Gesellschaft angemessen umzugehen.

 

nicht nur mit vorbereiten Angeboten überstülpt wird, sondern…

das Kind von sich aus aktiv werden kann
das Kind neue Materialien oder Arbeitsweisen kennen lernt
dem Kind Hilfestellung gegeben wird, um eigene Aktivitäten weiterführen zu können
ein neuer Umgang mit bekanntem Material angeregt, sowie Freude am Lernen geweckt wird.
Das Kind erhält hierbei die Möglichkeit, kreatives und phantasievolles Handeln zu lernen.

 

Zeit und Raum zur Verfügung hat, um…

seine Bewegungsfähigkeiten auszuprobieren und zu erweitern,
sein Körperbewusstsein zu entwickeln,
sich auf seine Körperbewegungen zu konzentrieren

 

Durch den Ausbau der motorischen Fähigkeiten wird die geistige Entwicklung des Kindes gefördert.

 

sprachliche Anreize erhält, um…

Sprache zu lernen
(Kinder mit Sprachentwicklungsstörrungen und Migrantenkinder
seinen Wortschatz zu erweitern
sein Ausdrucksvermögen zu verbessern
seine Meinung und die eigenen Bedürfnisse darstellen zu können
Konflikte sprachlich lösen zu können

 

Musik erlebt, als…

Gemeinschaftserlebnis beim Singen
Moment der Entspannung und Auflockerung

 

Der jahreszeitliche Rahmen

Die Jahreszeiten greifen wir in der thematischen Planung des Kindergartenjahres auf. In der Auseinandersetzung mit lebensnahen Umweltereignissen wie Wärme, Kälte, Wachsen und Vergehen, und vieles mehr, lernen die Kinder, diese zu begreifen und verantwortungsbewusst damit umzugehen.
Auch die jahreszeitlich orientierten Feste und Feiern, wie z.B. Karneval, oder St.Martin sind fester Bestandteil innerhalb der Arbeit mit den Kindern. Wenn auch variabel in der Gestaltung, so werden diese Aktivitäten von Jahr zu Jahr traditionell wiederholt.

 

Besonderer Schwerpunkt

Über die nach § 3 und § 13 des Kinderbildungsgesetzes vorgeschriebene Betreuungs- und Bildungsaufgaben bietet die geplante, tägliche Zeit im Wald die Chance einer menschengerechten und naturnahen Entfaltung.
Nicht nur bei den Kindern, auch bei Eltern, Trägern und ErzieherInnen wächst das Bewusstsein über die Bedeutung des Wechselspiels von Natur und Umwelt. Dies beeinflusst das pädagogische Konzept.
Allgemein sollen Kinder hier Kind sein dürfen – im wahrsten Sinne (Platz für Gefühle, Raum zum freien Bewegen). Durch den täglichen Aufenthalt im Wald findet eine besondere Form der Bewegungserziehung statt. Motorische Fähigkeiten, wie z.B. Springen, Klettern, Gehen, Balancieren, werden durch den unebenen Waldboden besonders gefördert. Die Bewegungen der Kinder passen sich den jahreszeitlichen Witterungsverhältnissen an. Wenn sich Raureif oder Schnee auf

dem Boden befindet, muss man sich anders bewegen, als auf trockenem Waldboden oder Herbstlaub.
Auf die Gesundheit der Kinder wird durch ein vollwertiges Frühstück besonders geachtet. Dabei lernen sie verschiedene Nahrungsmittel kennen und sind in der Lage zwischen gesunden und ungesunden Lebensmitteln zu unterscheiden.
Beim Mittagbrot achten die Eltern darauf einen gesunden Imbiss mitzugeben.
Zusätzlich wird das Immunsystem der Kinder gefördert, indem sie in Wind und Wetter spielen.
Darüber hinaus wird das Herz-Kreislauf-System, die Muskulatur und der Bewegungsapparat durch die Bewegung unterstützt und gestärkt. Die Kinder spüren die Elemente der Natur, wie Sonne, Wind und Regen unmittelbar. Den Wind können sie hören und spüren. Die Kinder differenzieren die Intensität des Regens. Zitat “…heute prasselt aber der Regen auf meinen Körper“.
Visuelle Eindrücke werden durch die unterschiedlichen Licht – und Farbverhältnisse im Wald, je nach Jahreszeit, geschult. Die Beschaffenheit des Waldes und das Keimen und Wachsen der Pflanzen werden von den Kindern bewusster wahrgenommen und kommentiert.

Die geistige Entwicklung, wie z.B. das Vorstellungsvermögen, wird dadurch gefördert, da es im Lebensraum Wald keine vorgefertigten Spielmaterialien und Bewegungsmaterialien gibt. Vielmehr müssen die Kinder ihre Kreativität und Fantasie einsetzen um miteinander zu spielen.

Ein Spiel ist nur möglich, wenn die Kinder untereinander kommunizieren, verbal und nonverbal.
Die Kinder lernen Absprachen zu treffen, zum Beispiel, ob ein Baumstamm ein Motorrad oder ein Schiff ist. Durch diesen Umstand wird die Sprachentwicklung besonders gefördert.
Unmittelbares Erleben und eigene Erfahrungen mit allen Sinnen statt „Projektionen aus zweiter Hand“ geben Selbstwertgefühl. Aggressionen stauen sich gar nicht erst im Körper auf, sondern können angemessen kreativ umgewandelt werden. Soziale

Konflikte können in der Gruppe konstruktiv gelöst werden. In einem nicht reizüberfluteten Umfeld ist auch Stille zugelassen, die innere Ruhe und Stabilität ermöglicht. Die Kinder können aus eigener Anschauung die Notwendigkeit von Regeln erfahren, sie nachvollziehen und ihren Sinn erleben. Auch Eltern und ErzieherInnen lernen durch die Kinder mit deren Wahrnehmung der Natur dazu. Für die Erzieherlnnen ist bei diesem situationsbezogenen Ansatz die Beobachtung „am Kind“ (Spiel- und Sozialverhalten usw.) entscheidend.

Konkret sollen die Voraussetzungen für eine positive Einstellung zum eigenen Körper und zur Umwelt geschaffen werden, durch
eine Sensibilisierung aller Wahrnehmungssinne
die Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper und der dinglichen Umgebung durch Spontanspiele und angeleiteten Bewegungsangeboten
eine vollwertige Ernährung und ihre Bedeutung für unsere Gesundheit
das Aufzeigen von Gefahren und Problemen sowie deren Lösungsmöglichkeiten, um Frustrationen aushalten zu können.
die Vermittlung der Bedeutung eines umweltbewussten Verhaltens gegenüber Mitmenschen, Pflanzen, Tieren und Ressourcen
einen sparsamen Umgang mit Materialien (Lebensmittel, Wasser usw.) und ggf. deren Wiederverwendung

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